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Natürlich laufen lernen - ein Erfahrungsbericht

Der Aufprall auf der Ferse erzeugt einen heftigen Schlag, vor dem auch gepolsterte Schuhe kaum schützen. Beim Vorfußlauf wird die natürliche Stoßdämpferwirkung des Fußes genutzt.
Der Aufprall auf der Ferse erzeugt einen heftigen Schlag, vor dem auch gepolsterte Schuhe kaum schützen. Beim Vorfußlauf wird die natürliche Stoßdämpferwirkung des Fußes genutzt.

Während der Faszientherapie-Sitzungen ist es mir wichtig, die Klienten anzuleiten ihren Körper wieder so zu benutzen, wie dieser von Natur aus eigentlich vorgesehen ist. Denn bei allen individuellen Unterschieden gibt es doch ein universales Design, das festlegt, wie der Mensch optimal steht und sitzt, sich bückt, den Arm hebt, geht und läuft. Laufen und Joggen wird von vielen Menschen als Ausgleich zum oft bewegungsarmen Arbeits-Alltag genutzt, vor allem als Training für das Herz-Kreislaufsystem. Laufen als wichtiges Bewegungsmuster hat mein Kollege Frank Demann in einem Blog ausführlich untersucht. Interessant ist, dass wir den sogenannten Ballengang bzw. Vorfußlauf – ein effizientes und gelenkschonendes Bewegungsmuster – schon als Kleinkinder während der ersten Lebensjahre erlernen, später ersetzen wir diesen natürlichen Laufstil oft durch Hackengang und Fersenlauf, den wir uns von unseren großen Vorbildern abschauen. Mit Frank Zwißler war ich kürzlich im Bürgerpark in Bremerhaven unterwegs und wir haben den leicht federnden Laufstil wieder „wachgeküsst". Hier ist sein Bericht:

Jetzt läuft es…

Laufen als Ausgleichssport und einfach so aus Freude an der Bewegung in der Natur war immer schon fester Bestandteil meines Lebens. Die positiven Aspekte spornten mich an und ich hatte nie Schwierigkeiten, meinen inneren Schweinehund zu überwinden.

Aber unterschwellig merkte ich, irgendetwas stimmte nicht – ich konnte es allerdings nicht richtig definieren. Deshalb fing ich an mich zu beobachten und merkte, dass, obwohl ich relativ fit war, ich fast immer nach ca. 600 Metern Probleme mit meiner Waden- und Schienbeinmuskulatur bekam. Ich kompensierte das, indem ich dann im Bürgerpark ein Gerät ansteuerte um Lockerungsübungen zu machen. Danach ging es dann weiter. Manchmal kam es vor, dass ich weitere ungeplante Stopps einlegen musste.

Häufig war es auch so, dass ich am nächsten Tag spürte, dass ich tags zuvor Laufen war und dachte, ja klar, das muss so sein.

Inzwischen weiß ich, das ist falsch. Durch den völlig unnatürlichen Fersengang wirken enorme Kräfte auf meine Muskeln, Sehnen und die Knochen (da helfen auch die tollsten Laufschuhe nichts). Der Körper rebelliert und die Muskelverhärtung sollte mich zum Aufhören bewegen. Leider habe ich, mangels besseren Wissens, gegen den natürlichen Warnreflex des Körpers „antrainiert“ und bin weiter gelaufen.

Bei einer Faszientherapie-Sitzung bei Dr. Arne Sturm kamen wir auf das Thema zu sprechen und bei einem gemeinsamen Lauftreff und mit seinen Tipps ist der Groschen gefallen!

Seitdem laufe ich im Ballen- oder Vorfußlauf. Klar, es ist am Anfang ungewohnt und man braucht Geduld und läuft erst einmal kürzere Strecken. Und am nächsten Morgen sagen die Waden freundlich „Hallo“. Aber das lässt nach und man kann beim Laufen das weiche widerstandslose „dahingleiten“ genießen. Inzwischen laufe ich seit einigen Wochen so und habe die Laufdistanz langsam gesteigert. Keine Muskel- und Gelenkschmerzen, keine Erschütterung bis unters „Dach“. Es läuft sich einfach gut und natürlich im Ballengang.

Ich kann jedem Läufer nur raten: Lass dich beraten, dein Körper wird es dir danken!

Haben auch Sie Interesse am Ballengang und dem leicht federnden Vorfußlauf? In kurzer Zeit bringe ich Ihnen in Theorie und Praxis den schönen und effektiven Laufstil näher. Das Bewegungsmuster steckt noch in Ihnen, Sie brauchen es nur wieder "wachzuküssen". Sprechen Sie mich an.